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Sicher laden, sicher fahren


  • Schwergewichte nach unten
  • Voll beladen Fahren will gelernt sein
  • Lose Teile können sich in gefährliche Geschosse verwandeln

Surfbretter auf der Autobahn, geplatzte Reifen, verletzte Insassen – solche Vorfälle sind – gerade in der Reisezeit – oftmals die Folge von zu viel oder schlecht gesicherter Ladung. Die Unfallexperten von DEKRA sagen, worauf Autofahrer beim Packen des Urlaubsautos achten müssen, damit alle Passagiere samt Gepäck heil ans Ziel kommen.

Volle Last voraus! Wer sich ans Steuer eines voll beladenen Fahrzeugs setzt, muss sich auf ein verändertes Fahrverhalten einstellen und vorsichtiger, sprich defensiver fahren. „Das beladene Auto reagiert schwerfälliger und kann leichter ausbrechen, zum Beispiel in engen Kurven oder bei einem Ausweichmanöver“, sagt Jörg Ahlgrimm, Leiter der DEKRA Unfallanalyse. „Das Auto beschleunigt auch nicht mehr so schnell, so dass sich Überholvorgänge oft gefährlich in die Länge ziehen.“ Kritisch kann es auch werden, wenn der Fahrer den längeren Bremsweg unterschätzt und in Notsituationen nicht kräftig genug aufs Bremspedal tritt. Ein Fahrtraining macht Autofahrer hier souveräner.

(c) Bild: DEKRA

(c) Bild: DEKRA

Schweres nach unten. Ein hoher Fahrzeugschwerpunkt verschlechtert das Fahrverhalten zusätzlich. Deshalb schwere Gepäckstücke möglichst tief am Boden und zum Fahrzeugmittelpunkt hin verstauen, zum Beispiel direkt hinter der Rücksitzlehne. Im Kombi die Gepäckstücke so anordnen, dass sie sich beim Bremsen nicht verschieben oder zu den Insassen durchrutschen können. Trennnetze und Gitter leisten hier gute Dienste, betont der Experte. Vorsicht: Lose Teile – wie zum Beispiel Flaschen, Proviantdosen oder Spielzeug – nicht auf der Heckablage deponieren. Sie können sich sonst beim Bremsen in gefährliche Geschosse verwandeln.

Nicht überladen. Das Gewichtslimit des Fahrzeuges darf nicht überschritten werden. Beim Fahren mit Anhänger sind außerdem die Anhänge- und Stützlast zu beachten. Ein Blick in die Betriebsanleitung oder die Fahrzeugpapiere schafft Klarheit. Wer sein Fahrzeug um über 20 Prozent überlädt, zahlt 95 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg. Bei Verstößen muss der Fahrer unter Umständen sein Fahrzeug auf eigene Kosten wiegen lassen und umladen.

Limits für Träger. Auch für Dach- und Heckträger gelten je nach Autotyp spezifische Gewichtsobergrenzen, meist 50 bis 75 Kilogramm (Details in der Betriebsanleitung). Vor der Montage auf intakte, gut fixierbare Befestigungselemente achten; Rost ist ein Warnsignal. Gepäckteile am Träger gut mit Spanngurten befestigen und nach 50 bis 100 Kilometern auf festen Sitz kontrollieren.

Fahrradträger. Bei den beliebten Fahrrad-Heckträgern gilt die Devise: Nicht zu schwer beladen. Je mehr Gewicht aufs Heck drückt, umso weniger Halt haben die Vorderräder und umso leichter kann das Fahrzeuge ausbrechen. Wer aufs E-Bike umgestiegen ist, muss checken, ob die Traglast für das höhere Gewicht ausreicht oder ein stabilerer Träger gebraucht wird. Für die Sicherung von Fahrrädern sind elastische Gummischnüre ungeeignet. Zusätzlich zu den mechanischen Klemm-vorrichtungen an Heckträgern sind geprüfte Spanngurte (mit Typschild) aus dem Baumarkt zu empfehlen. Gesteckte Teile, die sich lösen können, vor der Reise abnehmen und im Fahrzeug transportieren. Übrigens: Eine kleine Erinnerung im Sichtfeld des Fahrers kann davor bewahren, dass man mit Fahrrädern auf dem Dach in eine Garageneinfahrt kracht.

Überstand vermeiden. Vermeiden Sie, dass Ladung über den Fahrzeugumriss hinausragt. Für schmale und schlecht sichtbare Teile ist das grundsätzlich verboten. Fahrzeug und Ladung dürfen zusammen nicht breiter als 2,55 Meter und nicht höher als 4 Meter sein. Steht die Ladung mehr als einen Meter nach hinten über, muss sie durch eine hellrote Fahne oder ein entsprechendes Element gesichert sein. Bei schlechter Sicht sind ein rotes Licht und ein Rückstrahler erforderlich.

Quelle: DEKRA

 


 

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