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Der Star der Oscar-Verleihung. And the winner is: die Fliege!


Fliege_schwarz_Credit_Outfittery_Februar_2016

(c) Bild: OUTFITTERY

Comeback eines modischen Statements

In den kommenden Tagen sieht man sie wieder überall: die Fliege. Die 88. Oscar-Verleihung steht nämlich an. Selbst Rapper und Rocker lassen sich nicht ohne blicken und beugen sich der Kleidervorschrift. Dabei hat die Fliege mehr Potenzial, als nur ein Red-Carpet-Einheitslook oder bloße Etikette zu sein. Berlins bekanntester Senior und OUTFITTERY Stilmuse, Günther „Anton“ Krabbenhöft, macht es vor: Er trägt sie immer und überall. Ganz normal. In den Straßen von Berlin, auf schmuddeligen S-Bahnhöfen und in der Kneipe an der Ecke. Und damit bringt Anton Glamour und Abwechslung in den Alltag. Immerhin besitzt Anton gut 50 Fliegen. Chapeau!

Die Fliege, auch (Quer)Schleife oder Krawattenschleife genannt, ist ein Stoffband, das um den Hemdkragen getragen und vorne mit einem Schleifen-Knoten gebunden wird. So weit so gut. Wolfgang Schmidt-Ulm, Chefeinkäufer beim Herrenausstatter OUTFITTERY, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um dieses sehr spezielle Kleidungsstück und klärt auf, was es mit der Fliege auf sich hat.

Woher kommt die Fliege?

Die Fliege, auch „Bow Tie“ genannt, stammt aus dem französischen „jabot“, was die Bedeutung für eine vorgebundene Krawatte ist. Diese trugen die vornehmen Herren im 17. Jahrhundert. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden „Bow Ties“ aus den unterschiedlichsten Materialien produziert. Im 19. Jahrhundert wurden sie dann immer mehr zu der Fliege, die wir heute kennen: einem ständigen Begleiter zu Frack oder Smoking.

Welche Varianten gibt es?

Hochwertige Fliegen werden aus bunt bedrucktem oder gewebtem reinem Seidenstoff hergestellt. Weiße Frackschleifen bestehen vorwiegend aus Baumwollpikee. Günstigere Modelle gibt es aus Polyester, Viskose oder Kord. Grundsätzlich werden zwei Varianten unterschieden: Vorgebundene Fliegen und solche zum Selberbinden. Die vorgebundene Fliege ist für ungeübte Träger von Vorteil – sie ist die klassische Einsteigerfliege. Unter Kennern ist sie jedoch verpönt. Ein echter Gentleman trägt nämlich selbstgebundene Exemplare. Mit ein bisschen Übung übrigens kein Problem. Wer seine Fliege aufpeppen möchte und die gewisse Extravaganz mag, kann mit simplen Stöpseln, wie man sie beispielsweise vom Zahnarzt kennt, die Fliege aufpolstern. Das zusätzliche Volumen macht sie dann zu einem echten Hingucker.

Wie viel sollte man für eine vernünftige Fliege ausgeben?

Fliegen aus Polyester, Viskose oder Kord sind im Handel recht günstig zu erhalten. Sie kosten um die zehn Euro. Für eine hochwertigere Fliege sollte man(n) allerdings schon mindestens 30 Euro ausgeben. Luxusmodelle kosten bis zu 200 Euro.

Wie reinigt man Fliegen?

Wer sich selber an der Reinigung der Fliege versuchen möchte, muss recht vorsichtig sein. Am besten ist die Handwäsche mit einem Feinwaschmittel oder Shampoo. Auf keinen Fall reiben, sondern nur kurz einweichen. Sonst leidet der Stoff. Wer ganz sicher gehen möchte, gibt die Fliege in eine Spezialreinigung.

Wie binde ich eine Fliege?

Das Binden der Fliege ist nicht besonders schwer, bedarf aber etwas Übung: Die offenen Binder sollte man sich zunächst um den Hals legen, so dass die beiden Enden auf der Brust liegen. Die Enden müssen nun gekreuzt und zu einem einmaligen Knoten gebunden werden. Das untere Ende soll nun waagerecht zu einer Schlaufe geformt und gebunden werden. Zuletzt das obere Ende nach unten und die Schlaufe durch den Knoten ziehen. Zurechtrücken und fertig.

Welche Fliege für welchen Anlass?

Bei offiziellen Anlässen ist die Fliege zum Frack (weiße Schleife) oder Smoking (schwarze Schleife) ein Muss. Die Fliege ist aber auch im Alltag seit einigen Jahren wieder ein gern gesehenes Accessoire und hat das Potenzial, jedem beliebigen Outfit eine ganz individuelle Note zu verleihen. Groß im Kommen sind bunte und gemusterte Fliegen, die ein modisches Statement setzen.

 


 

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