Expertinnen-Tipp: „Beim Verlieben hilft ein Realitätsabgleich“ - maennerformat.de | Männermagazin




Expertinnen-Tipp: „Beim Verlieben hilft ein Realitätsabgleich“


Dr. Katharina Ohana (c) LoveScout24

  • Dr. Katharina Ohana: Von unrealistischen Ansprüchen verabschieden
  • Offline-Zeit einplanen und sich dem wahren Leben zuwenden

Der Ruf nach mehr Natürlichkeit wird in den sozialen Medien wie Instagram immer lauter. Der Hashtag #mehrrealitätaufinstagram hat über 24.000 Beiträge, #realitycheck wurde bereits über 412.000 genannt. „Die Forderung nach einem Realitätsabgleich kommt nicht von ungefähr. Die Menschen sind es mittlerweile leid, eine perfekte Welt vorgegaukelt zu bekommen“, sagt Dr. Katharina Ohana, Psychologin und Beziehungsexpertin bei LoveScout24, Deutschlands Datingportal Nr. 1. Gerade bei der Partnersuche sei es wichtiger denn je, die eigenen Vorstellungen durch einen Realitätsabgleich in Frage zu stellen.

Den persönlichen Reality-Check machen

Perfekte Posen und softe Filter: Was in den verschiedenen Netzwerken wie Facebook, Snapchat und Instagram geteilt wird, hat häufig mehr mit Inszenierungen als mit dem wirklichen Leben zu tun. Die Folge: „Viele Menschen haben heute unrealistische Ansprüche an das Leben und sich selbst – aber auch an ihren potentiellen Partner. So kann man aber nicht glücklich werden und eine gesunde, tragende Beziehung führen, denn niemand ist perfekt“, sagt Dr. Katharina Ohana. Es sei also Zeit für den persönlichen Realitätscheck, damit man wieder Menschen mit Ecken und Kanten, mit Meinungen und Fehlern in sein Leben lassen könne. „Schließlich wünscht man sich ja selbst auch einen Partner, der einen mit all seinen Eigenarten liebt. Perfektion ist nur auf den ersten Blick anziehend, später sind aber gerade die, die äußerlich so perfekt erscheinen wollen, die mit den größten Macken“, so die Tiefenpsychologin.

Die eigenen Ansprüche hinterfragen

Den Richtigen finden, sich Hals und Kopf verlieben, verloben, verheiraten – all das habe mittlerweile mehr Eventcharakter als Beziehungsglück. Weil viele sich fragen: Hat dieser Moment das Zeug, als Post im Netz ein Erfolg zu werden? „Wie die perfekte Liebe auszusehen hat, wird nicht nur von sozialen Netzwerken, sondern auch von den Medien und der Industrie vorgegeben. An alle diese Ideale ist immer auch ein Konsummarkt geknüpft. Vor allem in Bezug auf den Verlobungsring und die Hochzeitsfeier und perfektes Babyglück“, sagt Dr. Katharina Ohana. Jeder sei heute selbst gefordert, die eigenen Ansprüche zu hinterfragen. Klappt es nie, weil keiner perfekt genug für mich ist? Habe ich eine völlig unrealistische Checkliste im Kopf, was der Richtige alles erfüllen muss? Orientiere ich mich an Vorbildern aus Hollywood-Liebesfilmen und Internet, die mit dem wahren Leben nichts zu tun haben?

Bewusst offline gehen

Die Tiefenpsychologin und Bestsellerautorin („Mr. Right: Von der Kunst den Richtigen zu finden und zu behalten“) rät, sich dem wahren Leben zuzuwenden und so die falschen Vorstellungen von „Mr. Perfect“ aus dem Kopf zu bekommen. Dazu gehöre auch, sich bewusst Zeiträume zu schaffen, in denen man offline ist – also nicht im Netz surft und sich die vermeintlich perfekten Leben der Internet-Berühmtheiten ansieht. „Die Digitalisierung macht etwas mit uns. Wir nehmen am Leben von Leuten teil, die wir in Wirklichkeit gar nicht kennen. Und nehmen deren Inszenierungen als Realität an. Uns wird suggeriert, dass Konsum glücklich macht, etwa ein perfektes Outfit oder ein teures Auto. Tatsächlich können dies aber nur tiefe Beziehungen zu anderen Menschen. Wir sind schließlich soziale Wesen und wir brauchen die anderen nicht nur in guten Tagen, sondern vor allem in den nicht perfekten Tagen unseres Lebens“, so die LoveScout24-Beziehungsexpertin.

Quelle: LoveScout24


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